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Letzte Änderung:
13. June 2017 06:58

 

Krippenarten

Die Weihnachtskrippe 

In der bildenden Kunst bezeichnet man mit Krippe die Darstellung der Geburt Christi. Die frühesten Beispiele zeigen das in der Krippe in einer Höhle liegende Jesukind. Dieser Szene sind mit der Zeit Maria, Josef, der Ochs und der Esel, die Hirten und  Engel und die Drei Könige zugefügt worden. Von den Drei Königen berichtet Matthäus (2,1-11), sie seien, von einem Stern aus  dem Osten nach Bethlehem geführt, in Erfüllung der alten Prophezeiung zur Anbetung des Jesuskindes gekommen.

Die dem Brauch, an die Weihnachtszeit, gebundene Aufstellung der Krippe entwickelte sich aus dem von Franz von Assisi im Wald von Greccio in Umbrien (1220) aufgeführten Krippenspiel, bei dem er die Geburtsgeschichte Jesu mit Menschen, Ochs und Esel als Akteuren nachspielte. Die Verwendung von

Holzfiguren ist seit dem 15. Jh. bezeugt, die Krippe als eigenständiger Typus ist seit der Mitte des 16. Jh. zuerst in italienischen und spanischen, bald danach in süddeutschen Kirchen und besonders in Tirol nachzuweisen.

Als Andachtsbild gewann die Krippe im 17. Jh. Bedeutung; seit dem 18. Jh. bildet sie Mittelpunkt der Weihnachtsfeier sei es im kirchlichen wie im häuslichen Brauchtum. In der 2. Hälfte des 18. Jh. wurden vielerlei Einzelheiten in das Bildgeschehen einbezogen, so die Herberge (als Hinweis auf die Maria und Josef verweigerte Gastlichkeit),der Jahrmarkt das Volksleben, das Beiwerk an Figuren und Baulichkeiten. Zu dieser Zeit erreichte die Krippenkunst in den Monumental - Krippen Neapels ihren  Höhepunkt; sie hatten einen entscheidenden Einfluß auf die traditionelle Darstellung des Weihnachtsgeschehens.

 

 

Orientalische Krippe

 

Vor 100 Jahren kam der ,,orientalische Stil' in die Krippe. Mit den allgemeineren Kenntnissen vom Land der Bibel war es  möglich geworden, eine ,,echte" morgenländische Landschaft nachzugestalten und somit das biblische Geschehen ganz nach den biblischen Berichten darzustellen. Der orientalische Stil fand weiten Anklang und alsbald viele Nachahmer. Nicht wenige wollten  nur mehr den orientalischen Stil in der Krippe gelten lassen. Längst hat die Heimatkrippe wieder gleiche Geltung. Beide KrippendarsteIlungen haben ihre Berechtigung und ihre jeweiligen Vorzüge.

Ein entgegenkommender Vorteil der orientalischen Krippe ist die einfachere und damit leichtere Bauweise. Die bethlehemische  Landschaft ist ein flaches Hügelland; die morgenländischen Häuser sind würfelförmig mit flachem Dach oder niederer Kuppel, mit wenigen Fenstern und steinernem Treppenaufgang; die Kleidung in biblischer Zeit bestand aus einem einfachen Knöchel- oder knielangen Unterkleid und einem großen rechteckigen Überwurf.

 

 

Die Nazarener Krippe

 

Die romantische Bewegung, die am Ausgang des 18. Jh. ganz Europa erfaßt hatte, übte auf die bildenden Kunst einen  maßgeblichen Einfluß aus. Dementsprechend erfährt auch die Krippe eine Wandlung, die in ihrer Präsentation mit orientalischen Stilelementen Ausdruck findet.

Kennzeichnend für die kompositorischen Grundtendenzen sind das von Palmen geprägte landschaftliche Motiv und der Kontrast  zwischen den reich verzierten Roben der Drei Könige und der schlichten und ärmlichen Kleidung der Hirten.

Die Geburt des Jesuskindes leitet den Beginn der Heilszeit ein, und den Untergang des Heidentums, der hier von Ruinen Tempels symbolisiert wird.

Im Hintergrund wölbt sich über die Szene das Himmelszelt und gewährt dem Betrachter Einblick in die Bildergeschichte des Wunders von Bethlehem. Die in ihrer Darstellung vorhandene Schönheit eröffnet ihm eine neue Erlebniswelt.

 

 

Die Höhlenkrippe

 

Die Verfechter des orientalischen Stiles bestehen auf der Geburtshöhle in der Krippendarstellung. Bethlehem, die Stadt Davids, war nach dem Propheten Michas auserkoren, den Sproß aus dem Hause Davids aufzunehmen, und nach der aus urchristlicher  Zeit übernommenen Überlieferung wurde Jesus in einer Felsenhöhle in der Nähe Bethlehem geboren. Als ältester Nachweis  hierzu gilt, was der hl. Jeremias geschrieben hat: ,,Der geheiligtste Flecken der Erde wird von der Höhle des Adonis überschattet, und dort, im Innern der Grotte, wo das Christkind geboren wurde, beweinte man einst den Geliebten der Venus."  Schon im 4. Jahrhundert, im Jahre 325 n.Chr., ließ Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, über der Geburtsgrotte eine  Kirche erbauen Von jenem Zeitpunkt an ging das Wissen um die Bedeutung dieses Ortes nie wieder vergolten und ist durch die Jahrhunderte immerfort neben den anderen heiligen Stätten im Heiligen Land Ziel der Heiliglandpilger. Für die Krippenfreunde unter den Heiliglandfahrern wird es wohl der Höhepunkt ihrer Pilgerreise sein, vor dem silbernen Stern an der Geburtsstelle Jesu zu stehen und die Krippennische in der Felswand zu betrachten: ,,Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est - Hier ist von der Jungfrau Maria Jesus Christus geboren."

Nicht allein die orientalische Krippe gibt der Höhle aufgrund der Überlieferung den Vorzug, auch die aus Wurzelstöcken aufgebauten Landschaftskrippen in Tirol und Schwaben bevorzugen die Höhle als Mittelpunkt der Geburtsdarstellung.

 

 

Heimatliche Weihnachtskrippe

 

Zu den schönsten Zeugnissen der Volkskunst gehört neben der orientalischen auch die heimatliche Darstellung der Weihnachtskrippen.

Eingebettet in eine künstlich gestaltete Landschaft zeigt sie die Ereignisse um die Geburt Christi in szenisch aufgebauten Figuren und Figurengruppen. Der Stall von Bethlehem kommt zuweilen in den vertrauten Formen heimischer Bauernanwesen vor. Hirten und andere Akteure tragen ortsübliche Trachten, und das Geschehen ist in die eigene Umwelt eingebettet.

Das innere Verlangen des Krippenbauers ist es, eine, "Heimatliche Krippe" zu schaffen, seine eigene Lebenswelt darzustellen und dadurch der Krippe diesen Charakter zu verleihen.

 

Die Heimatkrippe verpflanzt das Heilige Geschehen unmittelbar in unsere heimische Landschaft und versucht damit das  Weihnachtsgeschehen uns vorallem gemütsmäßig näherzubringen. Die entrückte und fremdartige Welt des Orients wird in die  vertraute heimatliche Umgebung gewandelt. Das ändert sich mit der Landschaftsregion von der Bergwelt und Sennhütte zum Winkel in einem Bauernstall und von der Strohhütte im Busch zum weißgetünchten Haus in der Provence. Jeder fängt in seiner Krippe seine eigene Heimat ein, geht bis ins kleinste Detail und gibt der HI. Familie Herberge. Der Gottmensch ist zu allen gekommen.

 

Die Heimatkrippe ist durch drei wesentliche Merkmale ausgezeichnet:

 

1. Sie ist in die jeweilige heimatliche Wirklichkeit eingebunden.

2. Sie verliert sich an beschauliche Einzelheiten und liebenswürdige Kleinigkeiten.

3. Sie spricht dadurch betont das Gemüt an.

 

Die Heimatkrippe gibt es landschaftsbedingt in vielfältigen Abwandlungen und läßt der gestaltenden Phantasie weiten Spielraum  - im Gegensatz zur orientalischen Krippe, die das einmalige historische Geschehen möglichst geschichtskundig und bibeltreu darstellen will,

 

 

Alpenländische Krippen

 

Dieser besonders gelungenen Darstellung der Geburt Christi liegt der Gedanke der gegenwartsnahen Wiedergabe eines historischen Ereignisses zugrunde.

Getreu der Tradition sind die Figuren nach einer in bestimmter Landschaft - in unserem Fall der Alpenraum - getragener typischen Kleidern ausgeführt.

Die Drei Könige und der Heilige Josef tragen hohe schwarze Hüte, knielange Hosen und Gehröcke, die Frauen und der Engel weiße Spitzenblusen und bunte gereihte Röcke.

Die Geburt des Sohnes Gottes, des Erlösers, wird im Volksbrauch andächtig und würdig begangen. Die feierliche Stimmung wird hier durch Festtagskleidung betont.

 

 

Die bekleidete volkstümliche Krippe

 

Die bekleidete volkstümliche Krippe vereinigt die Hauptkennzeichen des barocken Stils in sich und insbesondere den Hang zur  Übersteigerung und zu kühner Bildhaftigkeit unter Ausschöpfung aller darstellerischen uns szenischen Möglichkeiten.

So gesellen sich zu den aus vollen Holz geschnittenen vollplastischen Figuren beweglich mit Gliedern gefertigte Figuren. Bei diesen Figuren ist der bewegliche Kopf mit Rumpf sowie den Händen Beinen und Füßen der Beschaulichkeit zuliebe geschnitzt. Untergliederte Figuren wie diese lassen sich in jeder erdenklichen Haltung aufstellen; sie ermöglichen damit den Wandel der Szene je nach Stimmung.

Eine Krippe die originalen Kunstwert besitzt und deren Einzigartigkeit noch vom schmückenden Beiwerk betont wird: Prunk und  Pomp für die Roben der drei Weisen aus dem Morgenland , schlichte Arbeitskleidung für das einfache Volk.

 

 

Ruinenkrippe

 

Eine Ruine wird vom Bild des zerstörten Bauwerkes geprägt. Das wird einmal durch die Gestaltung der verbliebenen Baureste, zum anderen durch die Behandlung des Mauerwerkes erreicht; die Mauern sind abgebrochen und eingestürzt, das Gestein ist zerbröckelt.

Sinngebung:

Die Ruinenkrippe symbolisiert den Verfall und die Hinfälligkeit der Welt. In diese Welt des Auseinanderstrebens wird Jesus hineingeboren. Er bringt neues Leben, er baut aus den Ruinen ein neues Reich, das sich über die ganze Welt ausdehnen wird. Er führt die Menschen in ein neues Haus, in seine weltumspannende Kirche.

Über der Geburtsgrotte wird nicht selten eine Ruine aufgebaut, die Burg Davids, dem Ahnherrn; aus den Ruinen des Hauses Davids erwächst mit Jesus der neue Sproß eines Königreiches, das alles überdauern wird.